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Vinzentinum Brixen - Bischöfliches Seminar - Home
 


Grundriss


Der Gründer des Vinzentinums: Fürstbischof Vinzenz Gasser
(1809-1879)


Der Erbauer des Vinzentinums:
Josef von Stadl
 (1828-1893)

Geschichte

Der Priestermangel und die Auswirkungen des Liberalismus auf die Gymnasien Tirols bewogen Fürstbischof Vinzenz Gasser (1809-1879) 1872 ein Knabenseminar mit Gymnasialunterricht zu gründen. So wandte er sich im Jahre 1871 an die Öffentlichkeit mit der Bitte um Geld für sein Vorhaben und eröffnetet im Herbst 1872 in Rotholz im Unterinntal das Institut mit dem ersten Kurs (25 Schüler).

Inzwischen hatte er in Zinggen bei Brixen um 30.000 Gulden den Baugrund erworben und Architekt Josef von Stadl (1828-1893) aus Steinnach mit der Planung und Bauleitung beauftragt. Am 25. Juni 1873 wurde nach Genehmigung der Baupläne mit den Bauarbeiten begonnen. Die Steine wurden in der Nähe der Franzensfeste gebrochen, die Ziegel in Brixen gebrannt. Den 200 Arbeitern, von denen die einen im Steinbruch bei Franzensfeste, die anderen in der Sandgrube bei Vahrn, die meisten aber auf dem eigentlichen Bauplatz arbeiteten, musste der Lohn allwöchentlich ausbezahlt werden. Für das Baukomitee war es deshalb ein harter Schlag, als ihm durch den Wiener Börsenkrach von 1873 das in der Wiener Wechselbank angelegte Baukapital von 66.700 Gulden verlorenging.

Trotzdem gelang es den Neubau bis 1876 soweit fertig zu stellen, dass drei Jahre nach Baubeginn fünf Klassen mit 123 Studenten in das neu errichtete Gebäude nach Brixen übersiedeln konnten. Kirche und Theatersaal wurden im Laufe der nächsten Jahre vollendet und reich ausgestattet.

1879 wurde der Schule vom österreichischen Unterrichtsministerium in Wien das Öffentlichkeitsrecht und damit die staatliche Anerkennung zugesprochen. Die Schule entwickelte sich bereits nach kurzer Zeit zu einer der besten Lehranstalten der gesamten Donaumonarchie. Nach dem Tod von Fürstbischof Gasser gab man dem Seminar im Gedenken an ihn den Namen „Vinzentinum“.

Während des Ersten Weltkrieges wurde das Haus zum Lazarett umfunktioniert, die größeren Schüler mussten an die Front, die restlichen wurden in verschiedenen geistlichen Häusern in und um Brixen untergebracht, so dass der Lehrertrieb trotzdem weiter gehen konnte.

Eine große Herausforderung waren nach Kriegsende die Zerreisung Tirols und die Machergreifung der Faschisten in Italien: 1924 verlor das Vinzentinum die staatliche Anerkennung, 1926 wurden den Studenten aus Vorarlberg, Nord- und Osttirol das Recht abgesprochen, im Vinzentinum zu studieren. Da ein Großteil der Studenten aus diesen Teilen Tirols kam, sah man sich gezwungen, in Schwaz in Nordtirol eine Parallelstruktur („Bischöfliches Seminar Paulinum“) zu errichten und den Lehrkörper, die Lehrmittel und das Inventar zwischen den beiden Schulen aufzuteilen.

Das Vinzentinum verlor damit nicht nur einen Teil der Lehrmittel und der Schul- und Internatsausstattung, sondern zugleich auch einen Großteil seiner Studenten. Aus diesem Grund wurde ernstlich überlegt, die Institution aufzulösen und das Haus zu verkaufen. Josef Mutschlechner, der ab 1928 ein paar Jahre die Diözese leitete, hielt mit großer Entschiedenheit am Erhalt des Vinzentinums fest und rettete es über schwierige Jahre hinweg. Das Vinzentinum war eine der wenigen Schulen des Landes, in denen während des Faschismus der Unterricht in deutscher Sprache erteilt werden konnte.

Die Machtergreifung Hitlers und vor allem der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brachten erneut Unruhe und Unsicherheit. Das Haus wurde 1943 von der faschistischen Militärbehörde beschlagnahmt und in ein Lazarett verwandelt, so dass die Schüler wieder in Ausweichquartiere untergebracht werden mussten. Nach der Besetzung Südtirols durch die deutsche Wehrmacht musste der Unterricht gänzlich eingestellt werden. Anstelle des Gymnasiums wurde im Haus eine „Oberschule für Jungen“ eingerichtet.

Erst nach Kriegsende konnte der Schul- und Internatsbetrieb 1945 wieder aufgenommen werden. Die Schülerzahl stieg laufend an, zumal auch viele Buben aus den Brixner Missionshäusern die Schule im Vinzentinum besuchten. Anfang der 60er Jahre erreichte die Zahl ihren Höchststand im Laufe der Geschichte: über 300 Schüler.

Seit der Einführung der Einheitsmittelschule im Jahre 1963 gliedert sich das schulische Angebot in eine dreijährige Mittelschule und in ein fünfjähriges Humanistisches Gymnasium. Beide Schulen waren bis 1967 reine kirchliche Privatschulen, seit 1968 besitzen sie die gesetzliche Anerkennung.

In den 90er Jahren wurde das Haus mit Unterstützung der Südtiroler Landesregierung generalsaniert und an die Bedürfnisse einer zeitgemäßen Bildungseinrichtung angepasst. Zudem wurde das schulische Angebot durch die Errichtung einer Musikmittelschule ausgeweitet (1996) und zugleich auch für Mädchen geöffnet. Seit dem 1. September 2003 sind die Schulen des Vinzentinums den staatlichen Schulen rechtlich gleichgestellt („scuole paritarie“). Mit dem Schuljahr 2013/2014 wird das Vollheim auch für Mädchen geöffnet. Aus kirchenrechtlichen Gründen wird das Vinzentinum deshalb von "Bischöfliches Seminar" in "Bischöfliches Institut" umbenannt.

Im Schuljahr 2015/2016 erfolgte eine großangelegte energetische Sanierung des gesamten Gebäudes. Über 800 Fenster wurden ausgetauscht und das Dach isoliert und neu eingedeckt. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde auch der Dachboden neu gestaltet und im dritten Stock auf der Ostseite ein neuer Heimtrakt eingerichtet.

Regenten

Alois Leiter (1872-1880)
Alois Spielmann (1880-1919)
Johann Pöhl (1919-1926)
Wilhelm Wassermann (1926-1953)
Josef Lercher (1953-1957)
Anton Geier (1957-1977)
Peter Maurberger (1977-1987)
Josef Eder (1987-1992)
Bernhard Holzer (1992-2000)
Josef Knapp (2000-2005)
Konrad Willeit (2005-2010)
Fabian Tirler (2010-2016)
Markus Moling (seit 2016)

Direktoren

Alois Spielmann (1872-1919)
Johann Pöhl (1919-1926)
Wilhelm Wassermann (1926-1953)
Josef Lercher (1953-1975)
Josef Eder (1975-1987)
Paul Rainer (1987-2004)
Christoph Stragenegg (seit 2004)

Heimleiter

bis 2016 Aufgabe des Regens
Paul Felix Rigo (seit 2016)

Verwalter

Alois Leiter (1872-1880)
Alois Spielmann (1880-1908)
Ferdinand Spielmann (1908-1920)
Ferdinand Wachtler (1920-1923)
Heinrich Schwaighofer (1923-1927)
Josef Vollger (1927-1938)
Hermann Forer (1938-1950)
Josef Widmann (1950-1958)
Serafin Troi (1958-2004)
Thomas Schraffl (seit 2004)

 

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