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A) Herz-Jesu-Kirche
Die „Herz-Jesu-Kirche“ des Vinzentinums wurde nach den Plänen
von Josef von Stadl (1823-1896) zwischen 1874 und 1878 im Stil der
Neuromanik errichtet und von Albrecht Steiner von Felsburg (1838–1905)
zwischen 1878 und 1889 im Nazarener-Stil mit figurativen
Fresken ausgeschmückt. Die Fresken haben das Hohepriestertum
Christi und die Geschichte der Menschheitserlösung zum Thema.
Architektur und Freskenschmuck stellen hervorragende Zeugnisse der
beiden Stilarten in Tirol dar.
B) Parcival-Saal
Der Theatersaal des Vinzentinums ist mit einem Bilderzyklus von
Edmund von Wörndle (1827-1906) ausgestattet, den dieser
zwischen 1885 und 1888 anfertigte. Der Zyklus umfasst neben dem
Vorhang 16 Bilder, auf denen verschiedene Episoden aus dem
mittelalterlichen Epos „Parcival“ von Wolfram von Eschenbach
dargestellt sind. In den Bildern sind Historien- und
Landschaftsmalerei zu einem ausgeglichenen Ganzen verbunden.
C) Otto-Neururer-Kapelle
Die Studentenkapelle wurde im Zuge der Generalsanierung des
Vinzentinums vom Südtiroler Künstlerpaar Manfred Mayr und Carmen Müller
neu gestaltet und stellt somit ein Werk zeitgenössischer
Sakralkunst dar. Sie ist dem Priester Otto Neururer (1882-1940),
einem Märtyrer der NS-Zeit, geweiht, der von 1895 bis 1903 am
Vinzentinum studierte und am 24. November 1996 von Papst Johannes Paul II
in Rom selig gesprochen wurde. Die Einweihung der neu gestalteten
Kapelle erfolgte am 28. Mai 1998 durch Bischof Wilhelm Egger.
Paul Rainer, Religiöse und kulturelle Stätten im Vinzentinum in Brixen, Brixen 2007.
ISBN 978-88-88910-48-2
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