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Naturhistorische Sammlung
Zu den besonderen Attraktionen des
Vinzentinums zählt das "Naturhistorische Kabinett", ein großer Schauraum
mit hunderten von Tierpräparaten und einer umfangreichen Sammlung
an Mineralien, Gesteinen und Fossilien.
Beim Betreten fallen als erstes die vielen Vitrinen mit allen möglichen
Tierarten auf: zahllose Greifvögel stehen in den Glaskästen, ein
ausgestopfter Bär lugt um die Ecke, sogar ein Lama blickt
dem Besucher in die Augen. Die Tiersammlung umfasst vor allem Vögel,
Säugetiere und Reptilien. Die wirbellosen Tiere erspäht man erst auf den
zweiten Blick, weil sie unscheinbarer sind, wie die Korallen oder
weil viele von ihnen, insbesondere die lichtempfindlichen Insekten,
in Schubladen untergebracht sind. Zu sehen sind aber auch Seesterne
und Seeigel und als besonderes Highlight in einer großen Vitrine in
der Raummitte seltene und besonders schöne Muscheln und
Schnecken.
Entsprechend unterschiedlich ist auch die Art der Präparate: Neben den
vielen ausgestopften Schaustücken gibt es Tiere, die in
getrockneter Form aufbewahrt werden, so zum Beispiel die Insekten.
Wenig haltbare Exponate wie die Schlangen sind in Alkohol eingelegt.
Einzig die Schnecken und Muscheln, von denen nur die Schale erhalten
bleibt, bedürfen keiner Pflege. Sehr wertvoll, weil mit einem aufwändigen
und inzwischen vergessenen Verfahren hergestellt, sind die Gipsabdrücke
alter Apfel- und Birnensorten.
Am längsten in Erinnerung bleibt vielen Besuchern aber eine Reihe von
sogenannten "Kuriositäten", z.B. das ausgestopfte Krokodil, das
Kalb mit zwei Köpfen, das echte Skelett oder der
Elefantenstoßzahn.
Immer wieder stellen Besucher/-innen die Frage, woher diese Fülle an
Ausstellungsstücken stammt. Um manches Exponat ranken sich die wildesten
Gerüchte. Beim genaueren Hinsehen erweist sich die Herkunft aber
meist viel weniger spektakulär: Ein Großteil der Exponate wurde, vor
allem in den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg, von Lehrmittelverlagen aus
allen Teilen des Habsburgerreiches angekauft. Einige Besonderheiten wurden
von ehemaligen Schülern gespendet oder von Missionaren aus fernen Ländern
mitgebracht, und vieles wurde von Professoren der Schule gesammelt.
Manche besonders gut ausgestatteten Bereiche zeugen heute noch von der
wissenschaftlichen Leidenschaft einiger Professoren, die im Vinzentinum
lebten und ihre ganze Energie der Erforschung einer Tiergruppe widmeten:
Bekannt sind die Schmetterlingssammlung von Prof. Michael Hellweger
(1865-1930) und die Schneckensammlungen von Leonhard Wiedemayr
(1853-1912) und Florian Schrott (1884 - 1971)
Die Sammlung wurde für den Einsatz im Unterricht angelegt und wird
auch heute noch intensiv genutzt, die Schüler/-innen können Vertreter der
einheimischen Fauna hautnah betrachten, sie bekommen aber auch Einblick in
die Vielfalt der Tiere anderer Kontinente und können bei Vergleichen
zwischen einzelnen Tieren die oft beeindruckende Anpassung der Lebewesen
an ihre Umwelt besonders gut erfassen. Immer wieder werden auch Teile der
Sammlung von Wissenschaftlern für ihre Arbeit genutzt. Die Sammlung kann
nach Voranmeldung auch von Interessierten besichtigt werden. |