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20 Jahre "Die Vinzentiner"

Der 21. Februar stand heuer ganz im Zeichen des Absolventenvereins "Die Vinzentiner". Neben der Generalversammlung, die an diesem Tag stattfand, feierte der Verein mit der Podiumsdiskussion "Bildung als globale Währung" sein 20-jähriges Bestehen.

Den rund 250 Besuchern im Parcivalsaal des Vinzentinums wurden dabei einige interessante Denkanstöße mit auf den Weg gegeben.

Gleich zu Beginn der Diskussion stellte der Rektor der Universität Innsbruck, Karlheinz Töchterle, fest, dass der Titel der Veranstaltung zu eng gefasst sei: "Bildung darf näm-lich nicht nur auf den Nützlichkeitsaspekt reduziert werden", meint Töchterle. Vielmehr entscheidend sei die Persönlichkeitsbildung, denn im Gegensatz zu den klassischen Kulturtechniken seien viele der gelernten Fertigkeiten nach fünf Jahren obsolet. Die Darbietung des Vinzentiner Mädchenchors, der die Veranstaltung musikalisch mit einem baskischen Lied und einer Neuinterpretation von "Tirol isch lei oans" eröffnete, habe gezeigt, was Bildung sein kann: von einem festen Standpunkt aus, sich mit dem Anderen und Neuen auseinandersetzen.

Der ehemalige Bildungslandesrat Otto Saurer brach eine Lanze für lebenslanges Lernen und wies darauf hin, dass dem informellen Lernen außerhalb der Bildungseinrichtungen große Bedeutung zukomme.

Walter Lorenz, der Rektor der Freien Universität Bozen, ortet hingegen ein Problem im großen Auseinanderklaffen zwischen der durch moderne Technologien noch nie da ge-wesenen Zugangsmöglichkeit zum Wissen und dem verantwortungsvollen Umgang mit demselben. Es brauche eine Gemeinschaft, die auf Integration, nicht auf Exklusivität hinausläuft. "Es ist eine Illusion, dass aus der Summe von Einzelinteressen etwas Ge-meinsames entsteht", fordert Lorenz die jungen Menschen auf, Anstrengungen zu un-ternehmen und sich in die Gesellschaft einzubringen.

Auch Michael Seeber, Chef der Leitner AG, ging auf den großen kulturellen Umbruch und die rasanten technologischen Veränderungen der letzten beiden Jahrzehnte ein und mahnte, dass man sich diesen Herausforderungen stellen müsse. Das Erlernen der engli-schen Sprache sei ein absolutes Muss.

Der Direktor der Abteilung "Deutsche Kultur", Armin Gatterer, meinte bezugnehmend auf den Ausspruch des Apple-Gründers Steve Jobs, all seine Technologien gegen einen Nachmittag mit Sokrates tauschen zu wollen: "Sokrates ist der Inbegriff des guten Leh-rers. Zusätzlich zum Diskutieren und Argumentieren hätte er seine Schüler bestimmt angehalten, iPhone und iPad zu nutzen", ist Gatterer überzeugt. Für ihn müsse Bildung aber auch gesellschaftspolitisches Bewusstsein und Handeln fördern, auf dass wir nicht Facebook und Castingshow im wirklichen Leben spielten. Guter Unterricht hänge wie-derum weniger vom vermittelten Inhalt sondern mehr von der Person des Lehrers ab, welcher Freude am Lernen wecken müsse.

Die Direktorin des Schulsprengels Brixen/Milland, Elisabeth Flöss, bezweifelt hingegen die Irrelevanz der Themen in der Schule. "Man kann jungen Menschen das Lernen ver-gällen, wenn der Sinn für sie nicht erkennbar ist", ist sie überzeugt. Um zu wissen, was man beibringen solle, müsse man sich aber auch mit Zukunftsforschung beschäftigen, erläuterte die Direktorin weiter. So werde die Migration in alle Richtungen zunehmen, die fixen Arbeitsverträge immer weniger werden, prophezeit sie. Ökologische Verände-rungen und die Pflege der Demokratie von klein auf, seien jedoch die größten Heraus-forderungen. In den öffentlichen Grund- und Mittelschulen nütze man die Chance, Interkulturalität einzuüben: "Wir leben diese Werte, andere appellieren nur an sie", meint Flöss angesichts der Schüler aus allen sozialen Schichten und Kulturkreisen.

Im Vorfeld der Diskussion wurden die bei der Generalversammlung anwesenden ehemaligen Vorstandsmitglieder von Präsidentin Ingvild Unterpertinger und Schuldirektor Christoph Stragenegg geehrt. Es wurde aber auch des erst kürzlich verstorbenen früheren Vizepräsidenten des Vereins, Ernst Kammerer, gedacht. Beschlossen wurde die Versammlung traditionellerweise mit dem Studentenlied "Gaudeamus igitur". Im Anschluss an die Podiumsdiskussion trafen sich "Die Vinzentiner", die Diskutanten Karlheinz Töchterle, Otto Saurer, Walter Lorenz, Michael Seeber, Elisabeth Flöss und Armin Gatterer sowie zahlreiche Freunde und Gäste noch bei Gulaschsuppe und Wein im Speisesaal des Vinzentinums zum Plaudern und Philosophieren.


Die Ehrungen:

Albert Erlacher (4 Amtsperioden, 12 Jahre)
Erika Kusstascher (1 Amtsperiode, 3 Jahre)
Hubert Peintner (5 Amtsperioden, 15 Jahre)
Rudolf Rainer (3 Amtsperioden, 9 Jahre)
Paul Rainer (6 Amtsperioden, 18 Jahre)
Otto Saurer (2 Amtsperioden, 6 Jahre)
Adolf Völkl (5 Amtsperioden, 15 Jahre)
Serafin Troi (langjähriger Rechnungsrevisor)


Downloads:
20 Jahre Absolventenverein


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