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Vinzentinum bei Literaturtagen in Rauris

Männer sind die besseren Vorleser und Schüler braver als ihr Ruf – Eine Bilanz der Literaturtage in Rauris

Acht Autoren und zwei Autorinnen lesen mit sonorer, mitreißender, fesselnder, hektischer (der Zeitplan muss eingehalten werden!), beruhigender Stimme. Sie erzählen spannende Geschichten, selbst über Schweine, Hirten und Almen. Sie verwirren mit einem Roman über Stigmata und Auferstehung. Sie bringen das Publikum zum Schmunzeln mit lustigen Erkenntnissen über die Bedeutung des runden Leders in Malawi und die Lektüre von Nietzsche am Klo. Sie berichten von den Schwierigkeiten einer mehr oder weniger objektiven Kindheitsreflexion, wenn die Kindheit „bereits aufgefressen“ ist. Sie bieten eine witzige Anleitung zur Ausbildung zu einem Dieb. Sie bestätigen die Schönheit Südtiroler Frauen (worauf eine Schülerin den Autor freilich auf unsere Herkunft hinweist ...). Sie geben Einblick in eine „unbehütete behütete“ Kindheit. Sie singen ein Loblied auf die Erzählkunst der Großmütter. Sie behaupten, Südtiroler auf der ganzen Welt aufgrund der Aussprache eines einzigen Wortes eindeutig identifizieren zu können. Sie gehen der Faszination älterer Männer (trotz Hörgerät und Gehhilfe) auf den Grund. Sie lesen mit schweizerischem, österreichischem, ostdeutschem und einem witzigen ungarischen Akzent. Und einer erkennt (hoffentlich!), dass er singen eindeutig besser kann als lesen und schreiben. Wohl alle sehen ein, dass eine ordentliche Vorbereitung (mit Reihung aller Unterlagen) notwendig ist. Eine Intendantin, zwei Autorinnen und zwei Autoren sprechen deutlich und klar, oder soll ich sagen: langweilig und brav? Eine schlüpft in sechs verschiedene Rollen, bis sich schließlich niemand mehr auskennt, wer sie denn nun wirklich sei. Eine erzählt von „mit der Nagelschere geschnitteten Vorstadtgärten“, und man ahnt die Langeweile, die prägend bleibt. Vierzehn Schülerinnen und Schüler lauschen (mehr oder weniger) gespannt den verschiedenen Autorinnen und Autoren zu. Sie verhalten sich brav und fallen weder im Hotel noch im 500-Seelendorf negativ auf (ja, es waren tatsächlich die anderen!). Sie reservieren Plätze und rücken bei Platznot auch mal enger zusammen. Sie spielen Karten, Stadt-Land-Fluss und Persönlichkeiten-erraten. Sie joggen frühmorgens den zwei Begleitpersonen hinterher. Sie haben keine Scheu, Autoren – nein, keine Autorin – um Autogramme zu bitten. Sie gehen mit den verschiedenen Texten und deren Verfassern hart ins Gericht. Sie freuen sich über Döner und Mac Donald, aber auch über die Aussicht, den jungen feschen Schweizer Autor im Rahmen einer Schreibwerkstatt nächstes Jahr vielleicht im Vinz wiederzusehen.

Danke für dieses schöne literarische Wochenende!

Ursula Stampfer



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