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Entwicklungspartnerschaften
Projekt Südsudan
Der Südsudan - vormals Teil der islamischen
Republik Sudan - ist seit Juli 2011 unabhängig und somit der jüngste Staat der
Erde. Ansprechpartner dort ist Bruder Erich Fischnaller,
Comboni-Missionar aus Mühlbach im Pustertal, der sei 1974 in Afrika und
seit einigen Jahren im Sudan als Entwicklungshelfer tätig ist.
Die Zustände im Südsudan sind für uns unvorstellbar: Apotheken sind
geschlossen, weil es keine Medikamente gibt; Kinder erhalten keine
Ausbildung, weil die Infrastrukturen fehlen; Menschen müssen kilometerweit
gehen, um sauberes Trinkwasser zu holen; auch Kleidung und notwendige
Lebensmittel sind rar.
Im Sommer 2008 machte sich Erzieher Paul Rigo selbst ein Bild von
der Lage im Sudan und kam mit tiefen Eindrücken zurück. Zusammen mit
drei Schülern besuchte Rigo im Sommer 2010 neuerlich das afrikanische
Land, um die Hilfsprojekte zu besichtigen.
Projekt Bolivien
Über fünfzehn Jahre pflegte das
Vinzentinum eine Partnerschaft mit einer Schule in San Antonio de
Lomerío in Bolivien. Dem damaligen Regens Dr. Josef Eder (†
2003), welchem die Solidarität mit den Menschen in der sogenannten "Dritten
Welt" ein großes Anliegen war, gelang es, den Kontakt herzustellen.
Ansprechpartnerin war die im Februar 2008 auf tragische Weise verunglückte Luzi Lintner.
Gemeinsam mit ihr war es möglich, verschiedene Projekte in San Antonio de
Lomerío zu verwirklichen. Dabei ging es nie einfach um Verteilung von
Spendengeldern, sondern immer um Hilfe zur Selbsthilfe. Die
Schüler/-innen des Vinzentinums haben zudem nicht nur Spenden gesammelt und
weitergeleitet, sondern auch konkrete Hilfe geleistet. Luzi war es auch
wichtig, den Schüler/-innen des Vinzentinums bewusst zu machen, dass die
Menschen in Bolvien nicht nur "Notleidende" sind, sondern viele Dinge und
Eigenschaften besitzen, die uns fehlen und die wir von ihnen lernen bzw.
uns von ihnen schenken lassen sollten.
Ein Absolvent des Vinzentinums verbrachte mehrere Monate in San
Antonio de Lomerío, um dort ganz direkt helfen zu können. In seinem
bewegenden Bericht, den er nach seiner Rückkehr für den Vinzentiner
Jahresbericht verfasste, schrieb er:
"Ich durfte in eine neue Welt
eintauchen, die den Luxus nur vom Hörensagen kennt. Ich durfte eine
Realität leben, die für uns kaum vorstellbar ist. Ich habe mich verliebt.
Verliebt in die Kinder, die ohne Vorurteile und Misstrauen mich umarmten
und an mir hingen; verliebt in die Alten, die einen unaufhörlich und immer
wieder zum Tanz aufforderten und mitrissen, wenn man sich mitreißen hat
lassen. Und jetzt? Jetzt fällt es mir schwer loszulassen."
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