Sr. Maria Christiana Federer verstorben

57 Jahre Dienst im Vinzentinum und Ehrenmitglied des Absolventenvereins

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Nach langer Krankheit ist am 26. Juni 2019 Sr. Maria Christiana Federer friedlich entschlafen. Den weitaus größten Teil ihres Lebens hat sie im Vinzentinum verbracht. Für viele war sie einfach die „Schwester Oberin“, auch noch nachdem sie ins Provinzhaus zurückgekehrt war.


Rosa Federer wurde am 27. Februar 1928 am Fingerhof in Völser Aicha geboren und wuchs in den schwierigen Jahren des Faschismus auf. Sie hat nur die italienische Volksschule besucht, sodass sie zeitlebens sich schwertat, etwas auf Deutsch zu schreiben.

Am 3. November 1952 trat sie bei den Barmherzigen Schwestern in Bozen-Gries ein, wurde am 30. Juni 1953 eingekleidet und erhielt den Ordensnamen Maria Christiana. Nach dem Noviziat im Mutterhaus in Zams legte sie am 12. September 1955 die Erste Profess in Gries ab und am 29. Juli 1961 die Ewige Profess in Zams.

Vom 12. September 1955 bis zum 27. Juli 2012 war sie im Vinzentinum tätig, ab 1991 leitete sie die dortige Schwesterngemeinschaft als Oberin. Mit ihrer Dienstzeit von knapp 57 Jahren übertraf sie alle anderen (ca. 400) Schwestern, die in den 140 Jahren von 1872 bis 2012 im Vinzentinum gewirkt haben.

Nach der Auflassung der Ordensfiliale im Vinzentinum im Sommer 2012 war Sr. Maria Christiana noch für kurze Zeit im Priesterseminar in Brixen, bevor sie ins Provinzhaus nach Bozen-Gries übersiedelte, wo sie gut umsorgt von ihren Mitschwestern ihren Lebensabend verbrachte.

In den vielen Jahren im Vinzentinum hat sie die Priesterprofessoren und Studenten betreut und sicher auch im Gebet begleitet. Ihre vielfältigen Arbeiten erledigte sie gern und mit Hausverstand. Ihre Bescheidenheit und ihr unerschütterlicher Humor halfen ihr über manche Schwierigkeiten hinweg. In all den Jahren hat sie viele Veränderungen im Vinzentinum miterlebt und unzählige Menschen ein- und ausgehen sehen. Sr. Maria Christiana wurde im Vinzentinum allseits geschätzt. Der Verein „Die Vinzentiner“ hat sie in Anerkennung ihrer Verdienste für das Vinzentinum und als Dank für ihr treues Wirken im Jahre 2013 zum Ehrenmitglied ernannt.

Die Bürden des zunehmenden Alters und ihrer Krankheit trug sie mit großer Geduld. Das Projekt „Wünschewagen“ des Weißen Kreuzes und der Caritas Diözese Bozen-Brixen ermöglichte ihr vor gut einem Jahr noch einmal eine Begegnung mit ihrer leiblichen Schwester in Lienz.

Das Vinzentinum und alle Vinzentiner sind der „Schwester Oberin“ zu großem Dank verpflichtet. Christus, der Herr, dem Sr. Maria Christiana ihr Leben geweiht hat, möge sie nun aufnehmen ins Reich der ewigen Freude und ihr all das Gute vergelten, das sie im ihrem Leben getan hat – in besonderer Weise für das Vinzentinum. Vergelt’s Gott!

Der Begräbnisgottesdienst wird am Montag, 1. Juli 2019, um 14.30 Uhr im Jesuheim in Girlan gefeiert.

Fabian Tirler

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